Die Konzertreihe Pro Arte präsentiert in der Saison 2026/27 22 hochkarätige Veranstaltungen in der Alten Oper Frankfurt proarte-frankfurt.de ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG © Peter Rigaud / Shotview Artists Starpianist Igor Levit an zwei Abenden zu Gast bei Pro Arte Frankfurt OHNE ICH KEIN BEETHOVEN 2027 jährt sich Beethovens Todestag zum 200. Mal. Pro Arte verneigt sich vor dem Titanen in zwei Sonatenabenden mit Igor Levit - eine der prägendsten Beethoven-Stimmen der Gegenwart. Ilona Schneider hat den Pianisten porträtiert. Man erkennt ihn schon an der Silhouette: Wenn er am Flügel sitzt, beugt Igor Levit den Oberkörper tief nach vorne. Beinahe sieht es so aus, als wolle er in die Tasten hineinkriechen, um ganz dicht bei den Tönen zu sein und dem Klang so nah wie nur irgend möglich zu kommen. Wenn Levit spielt, wenn er intensiv in das hineinlauscht, was er im Moment produziert, sind Spannung und Konzentration im Saal fast physisch greifbar - ebenso wie seine brennende Neugier und Lust auf das, was in den nächsten rund 90 Minuten kommen wird. An zwei Pro Arte-Abenden im April 2027 ist es Beethoven pur. Oder, wie Levit mit Nachdruck artikulieren würde: »Beethoven. Punkt.« Denn mehr muss aus seiner Sicht zu diesem Komponisten eigentlich gar nicht erwähnt werden. Alles andere sagt Beethoven selbst. Es gibt nur wenige Pianisten, die in Sachen Beethoven ähnlich gefragt sind wie Igor Levit. Und das schon seit geraumer Zeit. Gleich sein erstes Album als Exklusivkünstler bei Sony Classical widmete er: Beethoven. Damals waren es dessen fünf letzte Klaviersonaten, die er einspielte - und mit denen er sich mit einem Schlag im Bewusstsein der internationalen Klassikwelt einen bedeutenden Rang eroberte. Medien und Publikum überschlugen sich vor Begeisterung. »Keiner kann Beethoven besser verstehen, besser lebendig machen als Igor Levit«, hieß es damals im ZDF-Kulturmagazin Aspekte. »Einer der überzeugendsten Beethoven-Pianisten der jungen Generation«, urteilte die Zeitschrift Fono Forum. »Wo er spielt, hinterlässt er Verblüffte«, bemerkte DIE ZEIT. »Er ist ein Einzeltäter, zu jeder Zeit extrem«, bekräftigte Spiegel Online und fügte an: »Für die Kunst des jungen Pianisten Igor Levit muss man gewappnet sein. Sie wirft existentielle Fragen auf.« 2013 war das - und Levit erst Mitte zwanzig. Nur zwei Jahre später durchquerte er mit der Einspielung der »Diabelli-Variationen« ein weiteres Beethoven-Zentralmassiv und erhielt abermals höchstes Kritikerlob. Und dann, 2019, ein nächster Meilenstein: die Gesamteinspielung aller 32 Klavier- sonaten - pünktlich zur 250. Wiederkehr von Beethovens Geburtstag. Schon zuvor, und danach erst recht: umjubelte Beethoven-Zyklen in aller Welt. Levit, Beethoven und kein Ende. Dass er zu diesem Komponisten eine ganz besondere Beziehung habe, gesteht er gerne und immer wieder: »Ich bin buchstäblich die Hälfte meines Lebens mit Beethoven gegangen, alles ist aus Beethoven entstanden.« An Beethovens Klaviersonaten habe er gelernt und gelitten, so Levit. Über Jahre habe etwa Karl-Heinz Kämmerling, sein Klavierprofessor an der Hannoveraner Musikhochschule, keine Unterrichtsstunde verstreichen lassen, ohne irgendwann wieder auf ein und dieselbe Beethoven-Sonate zurückzukommen und akribisch an kleinsten Details zu feilen - ganz egal, an welchem Klavierwerk Levit eigentlich gerade arbeitete. Um später die »Hammerklavier-Sonate«, wie Levit es in einem Spiegel-Interview nennt, allein »körperlich zu schaffen«, habe es nicht weniger als ein halbes Jahr gebraucht: »Und wir reden hier noch überhaupt nicht vom Ausdruck, der kam noch obendrauf.« Beethoven, gibt Levit zu, habe ihn so manches Mal schier in die Verzweiflung getrieben, habe ihn Schmerz erleben, aber eben auch das Leben erkennen lassen. Denn, so die tiefe Überzeugung des Starpianisten: Beethovens Musik »ist die menschlichste Musik von allen. Alles, was uns Menschen ausmacht an Charakteren, an Emotionen, an Gedanken, ist einfach integraler Bestandteil dieser Stücke«. 2027 steht das nächste Beethoven- Jubiläum an: Dann jährt sich am 26. März der Todestag des Komponisten zum 200. Mal. Um insbesondere das überragende Klavierwerk Beethovens zu würdigen, hat Pro Arte zu zwei Rezitalen, gemeinsam veranstaltet mit der Alten Oper Frankfurt, natürlich Igor Levit eingeladen. Mit Bedacht hat dieser die acht Werke der beiden Konzertabende aus dem großen, 32-gliedrigen Beethoven- Sonatenkosmos ausgewählt und miteinander kombiniert - ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit konsequenter Erzählung von der umfassenden Vielgestalt des Beethoven’schen Denkens und Fühlens. »32 große Theaterstücke, so sehe ich diese Werke«, konstatiert Levit zum gesamten Sonaten-Zyklus in seinem Podcast, den er gemeinsam mit dem Kulturjournalisten Anselm Cybinski produziert hat. Zwei Staffeln sind verfügbar. Die erste widmet sich in 32 Folgen - mal »nur« 20 Minuten, mal eine Stunde lang - sämtlichen Beethoven-Sonaten. Ein hochspannender musikalischer Talk, der inzwischen millionenfach geklickt wurde und 2020 auf Anhieb zum meistgehörten deutschsprachigen Klassik-Podcast avancierte. Ein zentrales Credo dieser Beethoven- Lektionen: Beethoven - das bedeutet vor allem »Ich«. »Und zwar Ich mit sechs Ausrufezeichen«, sagt Levit etwa. »Ich!!!!!! bin da«, tönt es für ihn gleich aus den allerersten Takten von Beethovens erster Klaviersonate. »Sein pianistischer Urknall«, befindet er und setzt das Werk an den Beginn seines ersten Frankfurter Rezitals. Momente dieser »totalen Kompromisslosigkeit« sieht Levit in allen 32 Sonaten. Nur ein unvergleichlich selbstbewusster Komponist wie Beethoven könne sie seiner Meinung nach hervorbringen: »Ohne das Ich kann er sowas gar nicht schreiben.« Gegenüber dem Münchner Merkur hat Levit einmal formuliert: »Ich kenne keinen Komponisten, der so stark ›Ich‹ sagte wie Beethoven - wobei es bei ihm ja gerade nicht um belanglos Privates geht. Er spricht nicht eitel von sich. Ich empfinde seine Musik in allen Schichten, in den schönsten und furchtbarsten, als gewalttätig. Da greift jemand ohne Erlaubnis in mich hinein und reißt etwas heraus. Ich meine gewalttätig im Sinne von unmittelbar, viel zu nahe gehend - gegenüber dem Hörer, dem Interpreten und auch dem Instrument. Es ist eine zutiefst individuelle Musik, die Gemeinschaft erzeugt.« Aber Levit ist ebenso überzeugt: Auch auf Interpretenseite braucht es ein starkes Ich, um es mit Beethoven aufzunehmen. Er selbst bringt es zweifellos mit - im gesamten Leben, nicht nur auf der Konzertbühne. Levit erhebt seine Stimme: aus Überzeugung, gegen das Vergessen, für Frieden, Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit. Vielleicht erklärt das seine Skepsis gegenüber einem Wort, das auch im Zusammenhang mit Musik ständig fällt: »man«. Man spielt so, man phrasiert so, man versteht Beethoven so. Levit misstraut diesem anonymen Subjekt. Für ihn beginnt alles mit einem Ich - auch in der Musik. Und doch führt dieses Ich nicht zu Willkür. Im Gegenteil. Kaum ein Pianist seiner Generation pocht so entschieden auf Texttreue. Alles stehe bereits in der Partitur, sagt Levit: Dynamik, Artikulation, Tempo. Der Begriff »Interpretation« ist ihm fast verdächtig, als würde sich darin eine Persönlichkeit vor die Musik drängen. Aber gerade weil Levit sich demonstrativ an den Notentext bindet, öffnet sich in seinen Konzerten ein Raum, der weit über die Musik hinausreicht. Seine Werktreue ist keine Neutralität. Levit ist ein Denker am Klavier - einer, der in jedem Konzert das Risiko der eigenen Haltung eingeht. Das macht ihn unbequem. Und das macht ihn in der gegenwärtigen (Musik-)Welt unentbehrlich. Sonderkonzert: 23.4.2027 Alte Oper Frankfurt, Großer Saal, 20 Uhr Igor Levit, Klavier Ludwig van Beethoven: Klaviersonate Nr. 1 f-Moll op. 2 Nr. 1 · Klaviersonate Nr. 17 d-Moll op. 31 Nr. 2 »Sturmsonate« · Klaviersonate Nr. 25 G-Dur op. 79 · Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53 »Waldstein« Konzert im Abo B: 24.4.2027 Alte Oper Frankfurt, Großer Saal, 19 Uhr Igor Levit, Klavier Ludwig van Beethoven: Klaviersonate Nr. 5 c-Moll op. 10 Nr. 1 · Klaviersonate Nr. 8 c-Moll op. 13 »Pathétique« · Klaviersonate Nr. 22 F-Dur op. 54 · Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57 »Appassionata«
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